Matthias Hübsch

Finanzberatung für Akademiker und Unternehmen/r

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Betriebsrente

Betriebliche Alters­vorsorge

Mit der Rentenreform von 2001 hat der Gesetzgeber einen gesetzlichen Anspruch für Arbeitnehmer auf Betriebsrente per Entgeltumwandlung geschaffen. Der Arbeitgeber muss diesem Wunsch nachkommen und ein passendes Modell anbieten. Der demographische Wandel - weniger Beitragszahler durch fehlende Geburten und der deutliche Anstieg der Rentenempfänger (Babyboomer Generation), wird die gesetzliche Rente zu einer "Grundversorgung" abschmelzen lassen. Zuletzt fand die Diskussion statt, mit "Haltelinien" von 42% Rentenniveau und der Ausweitung der Möglichkeiten einer Betriebsrente. 

Ab 1.1.2018 startet ein weiterer "Versuch". Das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz mit doppeltem Förderrahmen - 2 mal 260,- mtl. , weitere Zuschüssen und Freigrenzen im Alter, tritt in Kraft.

Einen ersten Überblick über mögliche Altersrente bietet der Rentenbescheid (BfA) mit Angaben zu erreichten Alters­vorsorgeansprüchen und Prognosewerten. Wichtig der Hinweis, dass bereit die BfA explizit zusätzliche Vorsorge empfiehlt und sich nicht allein auf die gesetzliche Rente zu verlassen. 

Was bedeutet Entgeltumwandung und wo liegen die Vorteile?

5 Durchführungswege

Die Betriebliche Altersversorgung kann über fünf verschiedene Durchführungswege gestaltet werden:

a) Direktversicherung per Entgeltumwandlung  (Basismodul) - einfache Verwaltung und maximale Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Die sog. Direktversicherung darf als Basismodul im Bereich der Betriebsrente bezeichnet werden. Die Vorteile für den Arbeitnehmer liegen zumeist in der Vermeidung von Lohnsteuern und Sozialabgaben auf den gesamten Sparbetrag, so dass der eigene Aufwand oft bei unter 50% liegt. (siehe Flyer). Im Jahre 2016 können mtl. 248,- mit allen Vorteilen angespart werden.

Welcher Produktpartner/Versicherer und welcher Tarif hier geeignet ist, sollte neutral mit einem unabhängigen Makler abgestimmt werden. Ein besonderer Renditevorteil für den Sparer ergibt sich durch vorhandene Firmenkollektive - weniger Gebühren - mehr Rendite! 

Der Aufwand für den Arbeitgeber ist minimal. Ebenso gelten diverse Möglichkeiten der Vertragsänderung für Arbeitnehmer. Eine Direktversicherung kann bei Arbeitsplatzwechsel transferiert werden. So bleibt es bei möglichst einem Sparvertrag für den Arbeitnehmer - ein Leben lang. Bei Arbeitslosigkeit und Elternzeit kann das Sparen natürlich ruhen; es besteht grundsätzlich keine Verpflichtung der steten Beitragszahlung. Auch vermögenswirksame Leistungen lassen sich in Betriebsrente einzahlen und erhöhen spätere Rentenansprüche. Es kommt zu einer quasi Verdoppelung der VL.

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b) Direktzusage
Mit einer Direktzusage verpflichtet sich der Arbeitgeber, seinen Beschäftigten im Versorgungsfall bestimmte Leistungen zu zahlen - in der Regel eine monatliche Betriebsrente bei Invalidität oder Erreichen der Altergrenze. Bei einer etwaigen Insolvenz des Arbeitgebers sind die Rentenansprüche seiner Arbeitnehmer aus der Direktversicherung durch eine spezielle Rückversicherung („Pensions-Sicherungs-Verein“) geschützt. Die Direktzusage ist bilanzwirksam.

Unterstützungskassen sind selbstständig und sicher
Unterstützungskassen sind selbständige Versorgungseinrichtungen eines oder mehrerer Unternehmen. Die Beiträge werden vom Arbeitgeber geleistet, finanziert entweder von ihm selbst oder durch Entgeltumwandlung aus den Bruttogehältern der Arbeitnehmer.

Ähnlich wie bei der Direktzusage gibt es Sicherheiten: bei Insolvenz des Arbeitgebers sind die Betriebsrenten der Beschäftigten durch den so genannten „Pensions-Sicherungs-Verein“ geschützt, an den der Arbeitgeber zu diesem Zweck Beiträge leistet. 

Pensionsfonds: flexible Anlage auch für Risikofreudige
Pensionsfonds bieten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein höheres Maß an Flexibilität als die herkömmlichen Modelle betrieblicher Altersversorgung - die eingezahlten Beiträge können bis zu 100 Prozent in Aktien angelegt werden.

Das bietet die Chance auf höhere Renditen, birgt aber auch Risiken, da die Kurse am Aktienmarkt schwanken. Die Ansprüche des Arbeitnehmers bestehen direkt gegenüber dem Pensionsfonds, er kann seine Police bei einem Arbeitgeberwechsel deshalb problemlos mitnehmen.

Die Pensionskasse ist faktisch eine Rentenversicherung
Pensionskassen sind selbständige Versorgungsträger, die wie Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men geführt werden. Sie werden von einem oder mehreren Unternehmen getragen und finanzieren sich durch Einzahlungen ihrer Träger und aus Vermögenserträgen.

Der Versorgungsanspruch des Arbeitnehmers besteht gegenüber der Pensionskasse selbst - nicht gegenüber dem Arbeitgeber. Deshalb kann er bei einem Firmenwechsel die Betriebsrente problemlos mitnehmen und gegebenenfalls beim neuen Arbeitgeber fortführen. Zusätzlich kann bei Pensionskassen häufig das Risiko vorzeitiger Berufs­unfähig­keit mit abgesichert werden.

Der richtige Vertrag

Direktversicherung, Unterstützungskasse, Pensionsfonds, Pensionkasse, der richtige Weg ergibt sich auch aus den Zielen des Arbeitgebers sowie Wunsch des Arbeitnehmers. Besonders interessant ist hier die Thematik "Mitarbeiterbindung und Rekruiting über Betriebsrente".

Lassen Sie sich beraten, um Ihre persönliche Situation zu analysieren und die Fülle der angebotenen Produkte zu ver­gleichen.

Info für Arbeitgeber

Arbeitnehmer haben Anspruch auf betriebliche Altersversorgung
Ziel des Gesetzgebers ist es, für jeden Arbeitnehmer Zugang zur betrieblichen Altersversorgung zu schaffen. Seit 2002 haben Arbeitnehmer deshalb einen Rechtsanspruch auf eigenfinanzierte betriebliche Vorsorge - als Arbeitgeber müssen Sie Ihren Beschäftigten auf Wunsch die Möglichkeit bieten, über den Betrieb für das Alter zu sparen.(link)

Als Chef sind Sie zwar nicht verpflichtet, sich an der Alterssicherung Ihrer Beschäftigten finanziell zu beteiligen. Jeder Arbeitnehmer kann aber eine betriebliche Altersversorgung verlangen, sofern er bereit ist, dafür einen Teil seines Gehalts einzusetzen. Dies gilt sogar für Teilzeitkräfte und für geringfügig Beschäftigte.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer ziehen an einem Strang
Will der Arbeitnehmer also beispielsweise aus laufendem Gehalt eine betriebliche Altersversorgung aufbauen, sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, diesem Wunsch im gesetzlich bestimmten Umfang nachzukommen (Umwandlung von Entgelt bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze West in der gesetzlichen Rentenversicherung - das sind 2.904 Euro im Jahr 2015).

Als Arbeitgeber sollte man in jedem Fall aktiv werden und seinen Mitarbeitern frühzeitig ein Angebot zur Entgeltumwandlung im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung machen. So hat man die Möglichkeit, ein Vorsorgesystem einzuführen, das auf Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen zugeschnitten ist.

Info für Arbeitnehmer

Zusätzliche Alters­vorsorge muss sein, denn die gesetzliche Rente ist in vielen Fällen zu knapp für ein angenehmes Leben im Alter. 

Neben der privaten Alters­vorsorge beispielsweise durch eine Riester-Rente kann die betriebliche Altersversorgung die staatlichen Rentenleistungen sinnvoll ergänzen - in vielen Fällen sogar mit staatlicher Förderung.

Ihr Arbeitgeber übernimmt die Abwicklung und ist in Ihrem Auftrag Vertragspartner des Finanzdienstleisters, der die betriebliche Vorsorge übernimmt. Als Arbeitnehmer haben Sie ein gesetzliches Recht auf betriebliche Alters­vorsorge aus Entgeltumwandlung - es wird also ein Teil Ihres Gehalts für Ihre betriebliche Vorsorge verwendet.

Viele Arbeitgeber beteiligen sich auch selbst finanziell, in einigen Branchen haben sich die Unternehmen sogar tarifvertraglich verpflichtet, einen Zuschuss zur betrieblichen Altersversorgung ihrer Beschäftigten zu zahlen.

Die Ansprüche aus betrieblicher Altersversorgung sind sicher
Bei Elternzeiten oder längerer Krankheit können Sie Ihre betriebliche Vorsorge aus eigenen Mitteln weiterführen - damit sollen Versorgungslücken vermieden werden. Das bei einem früheren Arbeitgeber erworbene Vorsorgekapital können Sie im Regelfall zum neuen Chef mitnehmen. Ihre betrieblichen Versorgungsansprüche sind im Fall der Insolvenz des Arbeitgebers geschützt und gehen auch bei einem möglichen Konkurs des Arbeitgebers nicht verloren.


 
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